Friede auf Erden – oder auch nicht

Gut – es gibt Waldfriedhöfe und „Rest in Trees“, einen FinalForest. Aber außer „letzter Ruhe“ und „Ruhe in Frieden“ im Wald, gibt es ja wohl kaum einen Zusammenhang zwischen „Friede“ und Aufforstung. Weit gefehlt: Aufforstung ist Friedensarbeit.

Zuerst kam die Dürre. Dann noch eine und noch eine. Und nach Jahren ohne Regen waren die fruchtbaren Felder verdorrt, die Lebensgrundlage für hunderttausende Bauernfamilien zerstört. Ein ganzes Land verlor seine Ernährungsgrundlage. Die Bauern flohen in  teils weit entfernten Städte, wo sie auf Technologmitarbeiter_waldien und vor allem auf eine Kultur stießen, die sie nicht kannten. Inlandsflüchtlinge, die in der Stadtwelt des eigenen Landes fremd-„ländisch“ waren. Die „moderne“ und vergleichsweise reiche Stadtbevölkerung sah sich einer Invasion von „konservativen“, „mittelalterlichen“ und vor allem armen Landbevölkerung ausgesetzt. Wen wundert es: Reibereien, Streit um die wenigen Ressourcen von Wohnraum bis Wasser setzte ein. Am Ende stand ein veritabler Bürgerkrieg. So geschehen in Syrien in den vergangenen Jahren. Zusätzlich angefeuert durch ähnliche Kriege um Rohstoffe in umliegenden Ländern und religiöse Ideologien.

Der Beginn aber war eine Umweltkatastrophe. Unbestritten ist inzwischen, dass die Zerstörung der Umwelt – vor allem von fruchtbarem Boden, Wald und Wasser – weltweit zu Fluchtbewegungen führt. Das klingt so geordnet und reguliert – „Fluchtbewegungen“. Was dies in der Praxis von Millionen Menschen für Millionen Menschen bedeutet, erfahren wir gerade hier in unserem bisher so geregelten modernen Deutschland. Schön abgeschottet von umliegenden „sicheren Herkunftsländern“. Hungernde, sterbende Menschen lassen sich aber weder durch Verordnungen, durch Meere, schlechtes Wetter oder gekürzte Sozialhilfe aufhalten. Schon gar nicht wenn es Millionen sind. Der Kampf um Wasser und fruchtbaren Boden ist vermutlich viel grundlegender, als der Kampf um Öl. Ohne Öl können wir als Lebewesen überleben. Ohne Wasser nur sehr wenige Tage, ohne Essen ein paar Tage länger. Ist beides nicht in Aussicht – geht man auf Wanderschaft und zwar schnell. Insbesondere, wenn hinzu kommt, dass das eigene Leben durch Krieg bedroht ist. Wir Deutsche kennen das nicht nur aus eigener historischer Erfahrung, sondern auch wortarm komprimiert aus dem Märchen: „Etwas besseres als den Tod finden wir überall.

Baumschule
Hier entsteht gemeinsam Wald.

Ja, und was hat das nun mit Wald und ForestFinance zu tun? ForestFinance betreibt seit einigen Jahren Aufforstungen nicht nur in Vietnam, sondern auch in Kolumbien und in Peru. Von einigen Interessenten und Kunden hörten wir ein fast entsetztes „Koooolumbien???“ und sahen förmlich die vor dem geistigen Auge ablaufenden Filme über Drogenkartelle, Mord und Totschlag. Und das waren durchaus zutreffende Filme: Über 50 Jahre tobte der wohl längste Bürgerkrieg in der jüngeren Geschichte der Menschheit in Kolumbien zwischen „Links“ und „Rechts“ zwischen Bauern und Großgrundbesitzern, zwischen Banden, Terroristen (staatlichen und privaten), zwischen Drogenhändlern und Polizei. Über 250.000 Tote (offiziell …) und über fünf Millionen Flüchtlinge – Inlandsflüchtlinge in die Städte und Auswanderer in andere Länder. Am Anfang stand der Kampf um das Land. Um Weiden, Wasser und Wälder. Die städtischen „Geschäftsmodelle“ entwickelten sich dann später – die Vertriebenen mussten und wollten auch leben. Sie haben sich nicht mit Antanz-Beschaffung, Taschendiebstahl und Einbrüchen zufrieden gegeben. Das ist rasch eskaliert.

Vor wenigen Tagen haben sich die Kriegsparteien nun auf ein Finale dieses Gemetzels geeinigt und die Chancen stehen gut, dass endlich Frieden einkehrt – so wie wir ihn auch verstehen. Wichtigste Grundlage dafür war eine Lösung für die Landfrage, eine Lösung für die Vertriebenen/Flüchtlinge und eine Lösung für die Bestrafungsregelungen der Täter. Und die gibt es auf allen Seiten. Und die Frage: Was können wir denen an Perspektive und Zukunft bieten, die die Waffen niederlegen?

ForestFinance liefert einen winzigen Tropfen zur Lösung dieser Fragen. Wir verbessern den durch Überweidung fast zerstörten Boden. Wir schaffen erste Arbeitsplätze und die Grundlage für ein lebenswertes Leben auf dem Lande, ohne die Notwendigkeit zum Drogenanbau und Drogenhandel. Prinzipiell ist dies etwas, was Wald und Aufforstung beitragen können – sofern sie nicht industriell zur reinen Rohstofferzeugung betrieben werden und wieder genau das Gegenteil bewirken: nämlich Zerstörung von Wald, Boden und einheimischer Bevölkerung. Mit dem Baum ist es also wie mit dem Beton: Es kommt drauf an, was man draus macht. Wir machen Wald. Machen Sie doch mit – das ist Umweltschutz und Friedensarbeit.

von Harry Assenmacher

Werte schaffen statt Geld scheffeln

Die erneute Zinssenkung der EZB bis hin zum Negativzins mag wenn überhaupt positive Folgen für gefährdete Banken haben – sie können noch billiger Geld leihen. Für Sparer und Investoren aller Vermögensgrößen, ist das Spiel „Geld schafft Geld“ endgültig vorbei. Wer in Zukunft Werte schaffen und Werte sichern will, muss reale Werte schaffen. Und dies möglichst ökologisch-nachhaltig.

Das Anpflanzen von Bäumen und das Erzeugen von Wald ist wirtschaftlich sinnvoll – egal ob Inflation, Deflation, hohe Zinsen oder niedrige Zinsen. Egal welcher kapitalistische Irrsinn gerade an und durch den Geld- und Finanzmarkt tobt. Lieber Leser leider: Das muss jetzt etwas länger erklärt werden. „Werte schaffen statt Geld scheffeln“ weiterlesen

Der graue Kapitalmarkt muss reguliert werden – Forstinvestments auch!

Ein Kommentar von Harry Assenmacher

Die meisten Menschen wollen das Gute. Wenn man dann mit dem Guten auch noch Geld verdienen kann, sind noch mehr Menschen dafür. Das ist ein Grund, warum bei „Öko-Investments“ gerade gutgläubige und sendungsbewusste Menschen angetroffen werden. Die Verbindung von Ökonomie und Ökologie ist ja auch wirklich verlockend. Wer sich von hehren grünen Geschichten blenden lässt, kann aber Schiffbruch erleiden. Die vorletzte Hiobsbotschaft aus der grünen Investmentwelt kam von Prokon (die letzte von Windreich). Ein Milliardenbetrag ist gefährdet – aufgebracht von zehntausenden, auch ökologisch bewegten Kleininvestoren. Die Gründe sind durchaus unterschiedlich und keineswegs immer im Öko-Bereich begründet. Und sie betreffen keineswegs nur den „Grauen Kapitalmarkt“. So wählte Prokon eine „unregulierte“, kurzfristige Finanzierung für ein langfristiges Geschäftsmodell und dann auch noch durch das Instrument des Genussscheines. Das war riskanter als manch andere Finanzierung, und zu Recht haben Verbraucherschützer – z.B. von der Stiftung Warentest, aber auch viele andere – auf das Risiko hingewiesen. Manche durchaus „regulierte“ und sogar börsennotierte Solarfirma kam in den Sog sehr schneller internationaler Entwicklungen. Auch hier haben Investoren Milliarden verloren. Wer hat schon damit gerechnet, dass chinesische Solarpanels so schnell, so günstig am Markt sein werden? Auch ein Risiko, aber keines, das im ökologischen Bereich angesiedelt ist, keines das mit „Grauem“ oder „reguliertem“ Markt zu tun hat. Dennoch war in beiden Fällen für die Investoren – so sie denn gelesen haben – das Risiko bekannt. Sie haben aber die Chancen höher eingeschätzt. Das nennt man unternehmerisches Risiko und gehört zu den möglichen Ergebnissen von unternehmerischer Tätigkeit. Und Investoren, auch Kleininvestoren, sind Unternehmer, denn sie beteiligen sich an einem Unternehmen und damit an Chancen und Risiken. Soweit so gut, soweit so schlecht. „Der graue Kapitalmarkt muss reguliert werden – Forstinvestments auch!“ weiterlesen

Vom Klimawandel zum Klimahandel

Harry Assenmacher
Harry Assenmacher, Gründer und Geschäftsführer von ForestFinance

Ein Kommentar von Harry Assenmacher

Der neue Bericht des Weltklimarates (IPCC) ist da. Selbst Umweltschutzorganisationen sind angetan und sehen jetzt eine Chance für einen Ausstieg aus Kohle und Öl. Dabei ist der Bericht nur die verzweifelte Kapitulationserklärung vor versagender Politik und vor allem herrschender Finanz-Wirtschaft.

„Erderwärmung ist aufzuhalten“ titelt die deutsche Presseagentur. Gut, nun ist dies keine wirklich neue Erkenntnis. Das weiß man schon seit über zwei Jahrzehnten. Erstaunlich aber: „Der IPCC sieht trotz bedrohlich steigender Treibhausgas-Emissionen noch immer eine Chance, die Erderwärmung in den Griff zu bekommen.“ Die Lösung ist ganz einfach: Die CO2-Emissionen müssen halt bis zum Jahr 2050 noch viel drastischer reduziert werden, als bisher angenommen und gefordert (40 bis 70%). Ja bis zum Jahr 2100 sogar gegen Null gefahren werden. Der Haupthebel für diese Reduktion soll durch Erneuerbare Energien erreicht werden. Also Abschied von Kohle und Öl.

Das kostet nicht die Welt – Doch! „Vom Klimawandel zum Klimahandel“ weiterlesen

Wenn die Zeit reif ist für Propaganda

Ein Kommentar von Harry Assenmacher

Harry Assenmacher
Harry Assenmacher, Gründer und Geschäftsführer von ForestFinance

Natürlich gibt es für ForestFinance nicht nur viel Lob, sondern auch gelegentlich Kritik. Ist die Kritik nicht zutreffend, bin ich verärgert. Ist eine Kritik zutreffend, bin ich betroffen und verärgert – entweder über uns, weil wir einen Fehler gemacht haben, oder schlicht darüber, dass es bekannt gemacht wurde. Oder beides. Aber die Zeit heilt diese Betroffenheits-Wunde recht schnell und ich überlege, ob etwas dran ist an der kritischen Würdigung unseres oder meines Tuns.
Dann überlege ich: Was kann man besser machen? Wie kann man das ändern? Vor allem aber machen wir eines: Wir geben unseren Fehler zu. Nur, wenn man Fehler zugeben kann, hat man die Chance auch etwas zu verbessern. Sonst ist man ständig damit beschäftigt, das falsche zu verteidigen oder zu verschweigen.
Wir kennen das von manchem Plagiats-Doktor oder auch Steuersünder. Erst wenn sie erwischt werden, geben sie den reuigen Sünder. Die Rolle musste auch jüngst der lange als einer der honorigsten Journalisten Deutschlands geltende Ex-Chefredakteur und Herausgeber DER ZEIT, Theo Sommer, erfahren. Dieser hatte doch glatt bei der Steuer vergessen, ein Millionenhonorar anzugeben, und muss nun eine veritable Gefängnis- und Geldstrafe ertragen, nachdem die Justiz ihn daran erinnert, vulgo erwischt, hatte. „Wenn die Zeit reif ist für Propaganda“ weiterlesen

Willkommen…

…im ForestFinest Blog. Neben dem ForestFinest Magazin, soll dieser Blog nicht nur schneller auf Ereignisse rund um und in der weltweiten Waldwirtschaft reagieren, sondern auch Publikationsformen ermöglichen, die im sonstigen Print- oder Onlinebereich nicht möglich oder üblich sind. Möglich sein soll auch, dass Leser diskutieren und kommentieren. Also ihre Meinung direkt äussern und mit anderen Lesern teilen, Bilder, Links und Filme einbinden können. Gastautoren sind willkommen! Ganz selbstverständlich sei hier zur „Netiquette“ angemerkt, dass ungebührliches Verhalten wie Beleidigungen, Beschimpfungen etc. nicht erwünscht sind. Die sachliche, aber lebendige Diskussion hat Vorrang. Sollten menschenverachtende, unangemessene Kommentare, gar rassistische, oder faschistische Kommentare auftauchen und diese nicht sofort durch den Moderator gelöscht werden, so bitten wir um Benachrichtigung.